Cognitive Maps
Die Bezeichnung kognitive Karte, vereinzelt auch Mental Map genannt, beschreibt die Repräsentation eines geographischen Raumes aus dem Geiste. Damit entsteht die vereinfachte Darstellung einer, oftmals auch mehrdimensional auftretenden, komplexen Realität. "Wo immer es möglich ist, suchen wir nach einfachen Erklärungen. Wir wissen, daß kognitives Kartieren räumliche Erfahrungen vereinfacht und strukturiert" (Downs/Stea 1982, S. 178). Hinter diesem Prinzip steckt also die Möglichkeit, eine räumliche Umgebung aus der Erinnerung grafisch darzustellen, wobei durch den Vergleich mit herkömmlichen Karten die auf Messdaten beruhen deutlich wird, welche Elemente von der erstellenden Person wahrgenommen werden, beziehungsweise welche Elemente für die Darstellung als relevant eingestuft werden und welche dadurch entfallen.
Bei dieser Form der Kartendarstellung tritt die individuelle Erfahrung und Wahrnehmung der jeweiligen Verfasser in den Vordergrund. Obwohl die Karten einen geografischen Raum wiedergeben, wird dabei auf die herkömmlichen Messwerte der Kartografie gänzlich verzichtet. Maßstab und Proportionen verlieren ihre Bedeutung der Überprüfbarkeit. Kognitive Karten zeichnen sich vielmehr durch die mehrdimensionale Vereinfachung der realen Umwelt aus.

Abb. 11: Cognitive Map
Ein andere Form der räumlichen Visualisierung, die sich mit Cognitive Maps in Verbindung bringen lässt, sind Isodemographische Karten. Dabei werden die herkömmlichen Daten der Vermessungskunde, die als Grundlage für eine geografische Darstellung genutzt werden, teilweise mit Messergebnissen aus anderen Wissenschaftsbereichen ergänzt. Folglich entsteht eine verzerrte, für gewöhnlich unproportionale Karte des Raumes. Insbesondere die Erkenntnisse aus der Sozialforschung werden oftmals durch diese Form der Abstraktion dargestellt.

Abb. 12: Isodemografische Kartenansicht von Deutschland