Content Management Systeme

Content Management Systeme wurden ursprünglich für das Verwalten und Organisieren von Dokumenten konzipiert. Inzwischen haben sich diese Informationsverwaltungsprogramme in komplexe Redaktionssysteme verwandelt. Durch diese Form der Software ist eine gemeinschaftliche Erstellung und Bearbeitung von Inhalten in Form von Text- und Multimediadokumenten möglich. Der darzustellende Informationsgehalt wird in diesem Zusammenhang als Content (Inhalt) bezeichnet. Wichtig ist dabei, dass die Nutzer eines Content Management Systems ohne jegliche Programmierkenntnisse arbeiten können (vgl. Maier-Haefele und Haefele 2002 , S. 10).

Die typischen Merkmale eines Content Management Systems sind:

  • die strikte Trennung von Inhalt und Layout
  • das Komponenten-Management
  • das Workflow-Management

Im Gegensatz zu statischen Webseiten werden bei einem Content Management System die Inhalte in Form von Texten, Bildern, Videoclips und ähnliche Dateien, sowie die Formatvorlagen separat voneinander gespeichert. Erst wenn die jeweilige Webseite aufgerufen wird, erfolgt eine dynamische Generierung. Ein vordefiniertes Template, also die Formatvorlage, beinhaltet die Strukturinformationen zur Oberflächengestaltung. Die verschiedenen Inhalte werden erst beim Aufruf der Seite in diese Vorlage geladen.

Inhalte, die von einzelnen Autoren gelieferten werden, müssen mit Metadaten versehen werden. Das Komponenten-Management besteht darin, dass diese Inhalte in einer Komponenten-Datenbank (content component database) abgelegt und mittels der zugeordneten Metadaten wieder zugänglich sind. Redakteure können so aus einzelnen Komponenten Artikel zusammensetzen, die dann publiziert werden.

Ein Content Management System bietet Mechanismen, die eine Definition und Kontrolle der notwendigen Arbeitsschritte ermöglicht. Autoren erstellen einzelnen Content, Redakteure setzen daraus Artikel zusammen und letztendlich prüft ein Chefredakteur das entstandene Endprodukt. Je nach Bedarf kann eine erneute Veränderung vorgenommen werden oder die Publikation erfolgen. Die veröffentlichten Artikel bleiben für einen vordefinierten Zeitraum sichtbar und werden danach in einem Archiv abgelegt (vgl. Maier-Haefele und Haefele 2002 , S. 11).


Abb. 7: Funktionen von Content Management Systemen

Content Management Systeme unterscheiden sich durch die jeweiligen technischen Voraussetzungen. Ein serverseitiges Content Management System braucht eine Programmiersprache, die in der Regel mit einer Datenbank in Verbindung steht. Die Daten werden dabei direkt auf dem Server verwaltet. Dadurch entsteht die Möglichkeit, Daten über das Internet und somit ortsunabhängig zu verwalten. Dies ist bei klientenbezogenen Content Management Systemen nicht der Fall. Hier wird auf dem jeweiligen Computerarbeitsplatz ein eigenes Programm benötigt um die Daten bearbeiten zu können. Im Anschluss werden die Daten dann auf den Server hochgeladen. Eine serverseitige Programmiersprache ist in diesem Fall nicht nötig.

Durch zusätzliche Funktionen für die Nutzer bieten Content Management Systeme bereits einen hohen Grad an Personalisierung. Es lassen sich beispielsweise ei-gene Benutzerkonten, Interessenprofile und persönliche Empfehlungen erstellen.