SCORM

Der Begriff SCORM (Sharable Content Object Reference Model) beschreibt eine Sammlung aus Variablen, deren Ursprung in verschiedenen Quellen liegt. Durch die Festlegung von bestimmten Standards und Spezifikationen wird es möglich, webbasierte E-Learning-Inhalte modular zu erstellen. SCORM ist also ein Referenzmodell für austauschbare elektronische Lerninhalte und eine Initiative der Advanced Distributed Learning. Die Bezeichnung SCORM definiert jedoch kein neu-artiges Modell, vielmehr ist es ein Projekt das den Versuch unternimmt, bestehen-de Standards zu kombinieren und somit eine Komplettlösung anzubieten. Dabei wird der Fokus ebenfalls auf die Austauschbarkeit, den allgemeinen Zugriff und die Wiederverwendbarkeit in verschiedenen Umgebungen gelegt (vgl. AIFB 2003).

Ein SCORM besteht aus vier wesentlichen Dokumenten die sich folgendermaßen zusammensetzen:

  • Overview: Im Überblicksdokument wird die Historie und die Vision von SCORM beschrieben, sowie eine Einführung in die drei folgenden Teile und deren Zusammenhänge gegeben.
  • Content Aggregation Model (CAM): Das CAM beschreibt die Ressour-cen, die in Lernpaketen verwendet werden können, sowie die Möglichkeiten zur Zusammenfassung und Strukturierung von Ressourcen zu verteilbaren Lernpaketen. Als Ressourcen können insbesondere Dateien der unterschiedlichsten Formate oder URLs benutzt werden. Diese werden in Hierarchien organisiert, die als Organizations bezeichnet werden. Zusätzlich können zu einem derart strukturierten Lernpaket Metadaten spezifiziert werden, die anhand von Beschreibungen, Schlüsselwörtern und ähnlichem eine gezielte Suche nach Lerninhalten ermöglichen. Das Gesamtpaket wird durch eine sogenannte Manifestdatei im XML-Format definiert.
  • Run-Time Environment (RTE): Durch das RTE werden das laufzeitbezogene Verhalten eines Learning Management Systems (LMS), die Schnittstelle vom LMS zu den in CAM spezifizierten Lernpaketen, sowie die Verwendung von Benutzerdaten zur Laufzeit beschrieben. So können etwa Benutzer-Präferenzen gespeichert, Lernfortschritte festgehalten und Lernziele definiert werden.
  • Sequencing and Navigation (SN): Durch die SN-Spezifikation wird beschrieben, wie die Reihenfolge der Präsentation von Lerninhalten durch die Navigation des Benutzers variiert werden kann. Zu diesem Zweck werden so genannte Aktivitätsbäume beschrieben, die mögliche Reihenfolgen in Abhängigkeit von Benutzeraktionen definieren.

Mit dieser Initiative sollen die derzeitigen Standardisierungsgruppen, wie das Aviation Industry Computer-Based Training Committee, die Dublin Core Meta-data Initiative, das Institute of Electrical and Electronics Engineers und das Global Learning Consortium zusammengeführt werden. Die Ariadne Foundation ist als Institution der Europäischen Union und der Schweiz an dem Standardisierungsprozess beteiligt.