Wissen
Bei einem Blick in ein Lexikon findet sich unter dem Begriff Wissen, „(…) die sichere Überzeugung von etwas aufgrund von Erfahrungen oder vernünftigem Denken“ (Brockhaus 1968, 5. Band S. 546). Technische Errungenschaften im Bereich der Informatik und Informationstheorie bewirken, dass der Begriff Wissen oftmals auch mit Information gleichgesetzt wird. Daher ist auch eine Abgrenzung zu diesem Begriff notwendig.
Die Wissenschaft verbindet mit Wissen die Erkenntnis. Darin enthalten ist sowohl der Prozess des Erkennens, als auch das Erkannte. Es entsteht also eine Verbindung zwischen der erkennenden Person und dem erkannten Gegenstand. Die Bezeichnung deklaratives und prozedurales Wissen stammt aus der Kognitions-psychologie und meint eben diese Unterscheidung zwischen dem bezeichnenden Begriff für den Gegenstand und dem Handlungswissen.
„Erkenntnis (lat. Cognitio) ist das Verstehen von Zusammenhängen“ (Hasler Roumois 2007, S. 32). Wenn also im weiteren Verlauf eines solchen Prozesses die Erkenntnis unabhängig von dem Subjekt kommuniziert wird, das bedeutet dass sie als wahr betrachtet wird, dann wird diese Erkenntnis zu Wissen. Somit ist Wissen eine wahre Zustandsgröße und außerdem ein selbstbezüglicher Prozess.
Neben dem kognitiven Erlangen von Wissen, welches durch einen Denkprozess strukturiert und artikuliert wird, kennt man auch operatives Wissen. Dabei resultiert das Wissen aus körperlichem Tun. Es entstehen also Fertigkeiten, die mittels Sprache kaum vermittelt werden können.
Wissen wird auch unterschieden in diskursives und narratives Wissen. Diskursives Wissen bezeichnet die Legitimation von Erkenntnis durch den Austausch der erkennenden Personen. Dabei wird implizites Wissen veröffentlicht, also explizit und kann erst durch diesen Prozess diskutiert werden (vgl. ebd. 2007, S. 43).
Das narrative Wissen wird in Form von Geschichten und Erzählungen wiedergegeben. Somit ist es in sich geschlossen und kann als implizites Wissen gewertet werden. Implizites Wissen bezeichnet alle Erfahrungen die eine Person gemacht hat. Im Verlauf ihrer Geschichte, durch Handlungen und kognitive Wahrnehmun-gen, prägen sich bei der Person viele Erfahrungen im Gehirn ein, die somit als implizites Wissen bezeichnet werden (vgl. Hasler Roumois, S. 40).